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Willkommen im Fachseminar Pflege/Gesundheit und Gerontologie in Pflegeausbildungen (GGP)

Ziel der Ausbildung in den Fächern Pflege/GGP ist es, die Referendare zu befähigen, in den Schularten mit dem Schwerpunkt "Dienstleistung am Menschen" zu unterrichten. Weitreichende und tiefgreifende Veränderungen der Arbeits-, Lebens- und Umweltbedingungen erfordern eine immer umfassendere Betrachtung der Gesundheit des Menschen.

Im Vordergrund steht die Professionalisierung der Referendare durch Vermittlung einer umfassenden Handlungskompetenz, um den Anforderungen des differenzierten beruflichen Schulwesens gewachsen zu sein. Zu diesen Schularten gehören z.B. hauswirtschaftliche und sozialpflegerische Berufsfachschulen, Fachschulen und Berufskollegs sowie Berufliche Gymnasien der 3-jährigen Aufbauform: Sozial- und Gesundheitswissenschaftliche Richtung (SGG) mit dem Profil Gesundheit und Pflege.

Das Fach Pflege ist nicht als ein Fach zu verstehen, vielmehr besteht es aus einer Bündelung unterschiedlichster Disziplinen. Bei der Ausbildung der Referendare im Fach Pflege ist daher vor allem darauf zu achten, welche Voraussetzungen sie von ihrem Studium her für das Referendariat mitbringen. So definiert sich die Fachdidaktik Pflege vor dem Hintergrund der individuellen Voraussetzungen der Referendare jeweils neu. Darüber hinaus sollen die Referendare auch Einblick bekommen in für sie fachfremde Disziplinen innerhalb der Fachdidaktiken Pflege/GGP, damit sie nach Abschluss des Referendariats möglichst breit, d.h. auch außerhalb ihres Studiengebietes eingesetzt werden können.

Neben der Vermittlung pädagogisch-didaktischer Aspekte bildet die Stärkung der methodischen, sozialen und personalen Kompetenz der Referendare einen Schwerpunkt der Ausbildung, um den Anforderungen und Belastungen des Berufsalltags gewachsen zu sein.  Die Referendare reflektieren ihre berufliche Rolle und das eigene Handeln in verschiedenen Arbeits- und Beziehungssituationen, um ihre berufliche Identität zu entwickeln. Sie erarbeiten einen eigenen Standpunkt zu ihrem Beruf und stellen sich der Problematik von Nähe und Distanz. Sie wissen um Belastungen im Lehrerberuf und deren Auswirkungen auf das persönliche Erleben, Verhalten sowie das berufliche Handeln. Die Referendare kennen wenden Methoden zur Stressbewältigung und wenden diese an (Maßnahmen zum Arbeitsschutz und zur Gesundheitsförderung).

 

Die Fachdidaktik Pflege berücksichtigt vor allem folgende Aspekte:

  • Die Referendare lernen anschaulich zu unterrichten. Die zu vermittelnden Inhalte werden mit der Erfahrungswelt der Lernenden verknüpft.
  • Die Referendare planen den Unterricht in für die Schülerinnen und Schüler konkret nachvollziehbaren Teilzielen, die das Erreichen des Lernziels gewährleisten.
  • Die Referendare gestalten Unterrichtsarrangements im Lernfeldkonzept, die die Schülerinnen und Schüler befähigen gegenwärtige und zukünftige Berufs- und Lebenssituationen zu bewältigen. Hierbei sind insbesondere die Handlungsprozessanalyse sowie das Prinzip der vollständigen Handlung zu beachten.
  • Methodisch-didaktische Basis bildet der systemische Ansatz für Unterricht Selbstorganisierten Lernen (SOL).
  • Die Referendare beachten die Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler, diagnostizieren Lernfortschritte, erkennen Lernprobleme und agieren entsprechend.
  • Die Referendare fördern die Schülerinnen und Schüler individuell. Sie kennen Möglichkeiten der Binnendifferenzierung und wenden diese im Unterricht an (Kompetenzraster).
  • Die Referendare fördern und unterstützen die Lernenden beim Selbstorganisiertem Lernen und befähigen die Schülerinnen und Schüler zur Studierfähigkeit.

 

Die Biografien der Schülerinnen und Schüler in den sozialpflegerischen Schularten sind oft durch viele Leiderfahrungen gekennzeichnet, die sie häufig dadurch zu kompensieren versuchen, dass ein helfender Beruf favorisiert wird.

Daraus folgt für die Referendare:

  • Einerseits ist eine angemessene Distanz zu den Lernenden unabdingbar.
  • Andererseits sind Authentizität, Kongruenz und Empathie wichtige „soziale Kompetenzen“ in der Interaktion mit der Klasse.

 

Schwerpunkte im Rahmen der Fachdidaktik Pflege:

  • Handlungsorientierter Unterricht

Über die handlungsorientierte Themenbearbeitung stellen die Schülerinnen und Schüler konkrete Bezüge zu ihrer pflegerischen Arbeit her und vollziehen die Bedeutung der Lerninhalte für ihre Tätigkeit nach.

Sozialformen des handlungsorientierten Unterrichts sind z.B.:

    • Gruppenarbeit
    • Rollen- und Interaktionsspiele
    • Projektarbeit
    • Lernfeldorientierter Unterricht

Die Referendare zeigen im Unterricht Vernetzungen zwischen einzelnen Fachdisziplinen auf. Die Fähigkeit, verschiedene Aspekte einer Situation miteinander zu verknüpfen stellt eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches berufliches Handeln dar (interdisziplinärer Ansatz/multiprofessionelles Team).

  • Darbietende Unterrichtsmethode

Durch "Vormachen-Vorzeigen-Vorführen" wird den Lernenden verdeutlicht, wie etwas "funktioniert".

  • Fragend-entwickelnde Unterrichtsmethode

Komplexere Sachverhalte können durch die fragend-entwickelnde Unterrichtsmethode sukzessive vermittelt werden. Dieses "Baustein-Prinzip" erleichtert das Verstehen und Behalten der Inhalte.

  • Frontalunterricht

In Klassen mit einem hohen "Lenkungsbedarf", d.h. mit großen Lernschwierigkeiten, heterogenen Lernvoraussetzungen, permanent großer Unruhe usw. kann bei schwierigen Inhalten eine zentrale Steuerung des Unterrichtsverlaufs sinnvoll sein.

 

 

Erzieherisches Wirken

  • Im Fächerkanon des Globalfachs Pflege werden ethisch-moralische Fragen tangiert wie z.B. ein Sterben in Würde, Zwangsernährung oder der Umgang mit psychisch veränderten Menschen. Hier und in anderen Kontexten besteht die Möglichkeit vor dem Hintergrund eines humanistischen Menschenbildes, den Lernenden die Bedeutung ihrer pflegerischen/helfenden Tätigkeit für die Gesellschaft zu vergegenwärtigen und sie für ihre soziale Verantwortung in ihrem späteren Beruf zu sensibilisieren. Auf Fragen der Berufsethik und des beruflichen Selbstverständnisses ist einzugehen.
  • Die Schülerinnen und Schüler in Ausbildungen fürpflegerische Berufe haben zum Teil Probleme mitdem Behalten und Verarbeiten von Informationen.Sie benötigen Unterstützung zum "Lernen lernen. Die Entwicklung von Toleranz und die Akzeptanzunterschiedlicher Werthaltungen in den Klassen istein wichtiges Erziehungsziel. Die Referendaresollen die Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisieren,dass sie einen durch gegenseitige Achtungund Respekt gekennzeichneten Umgang miteinanderpflegen. Dafür ist Voraussetzung, dass dieReferendare Wissen über Gruppenprozesse undmediative Verfahren erwerben und in Konfliktsituationenglaubwürdig demonstrieren, wie diese gewaltfrei gelöst werden können.
  • Die Referendare wirken bei Veranstaltungen und Aktivitäten außerhalb der Schule (z.B. Exkursionen, Kontakt mit den Kooperationspartnern der Schule), mit.

Während des Vorbereitungsdienstes berate und betreue ich Sie gerne. Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ihnen, die auf gegenseitiger Wertschätzung und einer offenen Feedbackkultur basiert. 

Herzlichen Dank für Ihr Interesse!


Organisation:

Das Fachseminar findet in der Regel 14-tägig an der Kaufmännischen und Sozialpflegerischen Schule in Bad Saulgau statt. Nach Absprache werden auch Lehrübungen und fachdidaktische Veranstaltungen an den jeweiligen Ausbildungsschulen eingeplant.

 

Kontakt/ weitere Informationen:

Sonja Hofmann-Scheil

Fachberaterin für das Fach Pflege am RP Tübingen

Kaufmännische und Sozialpflegerische Schule

Wuhrweg 36

88348 Bad Saulgau

Tel: 07581/48603 (Sekretariat)

E-Mail: hofmann-scheil(at)ksp-badsaulgau.de

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